Dienstag, 20. November 2012

Glück in Sport und Musik


"Wer durch das Ziel läuft, ist glücklich. Wer seine Bestzeit damit unterbietet, ist noch glücklicher. Wer erster geworden ist, ist am glücklichsten."

Jaja, schon klar, aber das kann halt nicht jeder. Es kann nicht jeder permanent seine Bestleistung überbieten.

"Aber das ist, vom Training abgesehen, der leichteste Weg, glücklich zu sein. Erfolg haben."

Du bist gut... vom Training abgesehen...
Es kann keiner permanent erster sein. Erster zu sein, baut ja auch den Druck auf, nochmal gewinnen zu müssen. Nach einem perfekten Konzert baut sich der Künstler den Druck auf, immer so sein zu müssen. Dieser Druck kommt natürlich auch von außerhalb. David Garrett (hoffentlich jedem bekannt) und Michael Stich (ehemaliger Tennisprofi; Wimbledonsieger von 1991; auf Platz 4 der damaligen Weltrangliste) sagen: "Eine derbe Niederlage ist leichter zu verkraften als ein Sieg" (http://www.youtube.com/watch?v=Xr4ABgQIFbM; 4:45 - 6:40). Man setzt sich höhere Maßstäbe.
Michael Stich sagt auch, dass er in seiner gesamten Karriere 2 Matches hatte,die "perfekt" waren.

"Interessant, was du da sagst, aber...
... ist es nicht sinnvoller, die Musik und den Sport nicht als Wettbewerb zu gestalten? Da kann man sich ja jede Menge Druck sparen: Wer verloren hat, will siegen, wer gesiegt hat, will verlieren, damit die Erwartungen wieder abgekühlt werden."

Natürlich geht das. Allerdings ist es menschlich, sich mit anderen messen zu müssen. Wenn man Spass ohne Leistungsdruck hat, das meinst du ja. Und dabei Spass haben, weil man gerade aktiv ist (sportlicher oder musikalischer Art) und deshalb Glückshormone ausgeschüttet werden und weil man über etwas nachdenken kann.
Wer so vor hin sich hinläuft kann das als langweilig empfinden. Das ist auch durchaus verständlich. Aber jemand anders findet das halt höchstspannend. Er denkt dabei nach. Er schaltet ab. Er lässt die Zeit seit dem letzten Lauf vor dem inneren Auge vorrüberziehen. Er überlegt, was dieses gut, was jenes gut? Hab ich mich in dieser Situation richtig verhalten? Auch das macht Spass.
Oder in der Musik: Musik auswendig zu spielen und dabei nachzudenken. Musik nach jeweiliger Gefühlslage zu spielen. Und dabei nachdenken. So wie oben beschrieben.

Das ist auch viel zielführender als ein Wettstreit.
Und wie der Autor nun Glück und Nachdenken in seinen musikalischen und sportlichen Aktivitäten erlebt, versucht er hier zu verbalisieren. hin und wieder wird er auch auf den sportwissenschaftlichen Aspekt eingehen (auch beim musizieren)...

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