Heute ist mir beim
Laufen auf einer Lichtung ca. 50 Meter vor mir eine Frau mit Hund
aufgefallen. Sie spazierte in die gleiche Richtung, wie ich lief.
Geschätzt gute 50 Jahre. Mit Hund. Ich glaube es war ein deutscher
Schäferhund. NICHT angeleint. Naja, kommt öfters vor, um ehrlich zu
sein, habe ich noch NIE einen Hund im Wald angeleint gesehen. Ich laufe
also extra auf dem Schnee, dass sie mich hören muss und den Hund
bändigen kann, und denke mir nichts dabei. So war es bis jetzt
immer...Er war gerade vom mir aus gesehen hinter ihr. Der Hund kommt zu
ihr. 20 Meter. Sie wirft irgendwas in ihre Spazier-Richtung. 15 Meter.
Der Hund läuft hin und wendet, um zu ihr zurückzuhecheln. 10 Meter. Der
Hund sieht mich. 7 Meter. Ojee, ich vertraue darauf, dass sie mich
gehört hat. 3 Meter. Ich merke, dass der Hund zu mir kommt. Okeeee, sie
hat mich NICHT gehört...Mittlerweile ist auch ihr aufgefallen, dass er
nicht zu ihr will, er ist ja schließlich schon an ihr vorbei. Sie dreht
sich um, um zu sehen, was denn ihrem Liebling einfällt, dass er nicht zu
ihr läuft. Sie erschrickt, weil sie mich sieht. Ich erschrecke auch:
Der Hund ist nun BEI MEINEN FÜßEN!! Der Hund bellt. Der antrainierte
Reflex eines Hundebesitzers kommt zum Tragen: Sie sagt: "Der duad nix".
Hätte sie nicht so verschreckt geschaut - hätte ich es ihr ... Nein,
AUCH DANN hätte ich es ihr nicht geglaubt!! Mittlerweile bin ich stehen
geblieben. Der Hund umkreist mich. Ich fixiere ihn (Für Außenstehende
ist dieser Blick sicher nicht von einem Kuhglotzblick zu
unterscheiden).Wann beißt er mich jetzt endlich?? Die Frau ruft einen
Namen. Kurz. Knackig. Ich höre ihn nicht. Mir sind meine Füße und Beine
wichtiger, als der Name eines Vierbeiners, dessen Frauchen es nicht
schafft ihn an die Leine zu nehmen, wenn jemand kommt. Ich fixiere nach
wie vor den Hund. Der Hund wedelt zu seinem Frauchen. Sie nimmt ihn am
Halsband. Gott sei gedankt!! Das war knapp!! Sie hat ihr
Huch-da-ist-ja-noch-ein-Jogger-Gesicht noch nicht geändert und sagt nun
mit diesem: "Ist ja nix passiert..." Auch das kann ich ihr nicht
glauben, weil sie nicht weiß, wieviel Angst ich vor unangeleinten Hunden
habe. Schade, jetzt überwiegt gerade die Erleichterung. Ansonsten hätt
ich ihr jetzt gerne einen Vortrag davon gehalten, dass die eigene
Freiheit nur soweit geht, dass kein anderer in seiner eingeschränkt
wird. Ich sage also: "Jaaaa" und versuche gestresst zu gucken. Während
ich nun weiterlaufe und nach Pfotengeräuschen lausche, fällt mir in
ihrer anderen Hand eine Hundeleine auf.
Sie war also
nur zu taub, mich zu hören, zu unfähig, das einzusehen und infolgedessen
ihren Hund anzuleinen oder zu faul es einzusehen und sich deshalb
öfters mal umzusehen, ob denn da wer kommt, den sie stören könnte.
Eben
hab ich mal das www durchsucht, ob denn Hunde in Bayern Leinenpflicht
haben oder nicht. Mittlerweile bin ich soweit gekommen, dass
ich den allgemeinen Paragraphen des Bayerischen Naturschutzgesetzes
zitieren kann:
Die Rechtsausübung [ergo: das Recht auf den Genuss der Naturschönheiten und auf die Erholung in der freien Natur] anderer darf nicht verhindert oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt werden (Gemeinverträglichkeit). (BayNatschG; Artikel 21 Absatz 2 Satz 3; Quelle: http://www.lbv.de/uploads/media/BayNatschG_2005.pdf)
Für die Leinenpflicht ist das nicht der richtige Paragraph, aber dafür gibt es meines Erachtens auch bundesweite Vorschriften. Oder?
AntwortenLöschenDas Gefühl kann ich gut nachvollziehen. Kommt auch nicht unbedingt auf die Größe des Hundes an, auch ein Dackel kann sich in deiner Wade festbeißen.
Das ist der allgemeine Pragraph für Bayern. Die genaue gesetzliche Regelung findet in den Kommunen statt. Eine Leinenpflicht für das gesamte Kommunengebiet ist unzulässig, außer für Kampfhunde. Für bestimmt Gebiete (Parks oder Wälder) können aber Leinenpflichten fesgelegt werden.
AntwortenLöschenSicherlich kann auch ein Dackel sich fieß festbeißen, aber im Stressmoment zählt das nicht...
wie das zählt nicht? Soll das heißen, nur ein großer Hund macht dir Angst?
AntwortenLöschenZumindest zählte es in diesem Moment nicht...
AntwortenLöschenDa ging es nur darum, dass es ein GROßER Hund war...
gemäß der Regel:
Je größer das Tier, desto größer die Angst (Ausnahmen, wie Spinnen und Elefanten sind natürlich möglich...)
Na dann versteh ich. Bei mir ist das völlig irrelevant wie groß der ist.
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